Hundetrainer und Tierkommunikatorin – was ist der Unterschied?
Mein Mann ist der perfekte Fragensteller.
Deshalb überraschte es mich auch nicht, dass er, der meine Arbeit natürlich kennt, vor kurzem wissen wollte:
„Was genau ist der Unterschied zwischen einem Hundetrainer und einer Tierkommunikatorin?“
Die Antwort darauf kam, wie so oft bei mir, in Form von inneren Bildern.
Um die zu beschreiben, muss ich allerdings ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern …
Es ist nämlich so, dass wir zu Hause gerne diese schrägen Krimiserien gucken, die nicht allzu gruselig, sondern überwiegend lustig sind. (Alles andere vertragen meine Nerven nicht 😊).
In fast jeder Folge kommt es früher oder später zum Verhör.
Dabei sitzt die Ermittlerin mit dem Verdächtigen gemeinsam in einem Raum und stellt ihm Fragen. Und draußen, vor dem Vernehmungsraum, steht ihr Kollege, der das Geschehen durch eine Glasscheibe hindurch beobachtet und verfolgt.
Was bedeutet das nun, bezogen auf unsere Ausgangsfrage?
Der Verdächtige aus der Filmszene wäre in unserem Fall der Hund. Natürlich wird er weder verhört noch verdächtigt, sondern einfach nur befragt. 😉
Die Ermittlerin, die sich mit ihm im Raum befindet, hat die Rolle der Tierkommunikatorin. Und ihr Kollege draußen vor der Scheibe nimmt die Position des Hundetrainers ein.
Dies ist selbstverständlich eine sehr vereinfachte, bildhafte Darstellung.
Aber mein Mann konnte sofort etwas damit anfangen und den Krimivergleich gut nachvollziehen.
„Ich verstehe“, sagte er, „die Person im Raum führt ein Gespräch. Sie stellt gezielt Fragen und wartet auf Antworten. Während die Person außerhalb des Raums das Gesamtgeschehen beobachtet, verfolgt und daraus Rückschlüsse zieht.“
Ja, genauso ist es gemeint.
Selbstverständlich macht ein Hundetrainer viel mehr als „nur“ beobachten.
Wie der Beamte draußen vor der Scheibe bringt auch der Tierexperte all sein Fach- und Erfahrungswissen ein und nutzt es zur Interpretation, zum Abgleich und zur „Lösung des Falls“.
Sicherlich nimmt er auch weitaus mehr wahr als das, was er sieht. Das geschieht ganz automatisch, wenn auch vielleicht nicht immer bewusst.
So kommt ihm dann zum Beispiel die Idee der Gegenüberstellung 😉. Dazu bringt er den Hund mit Artgenossen oder anderen Menschen in Kontakt, um zu sehen, was passiert und wie der sich dabei verhält.
Allmählich passen die Puzzleteile zusammen und führen die „Ermittlungen“ auf eine heiße Spur.
Und was macht die Tierkommunikatorin?
Auch sie hat ihren Auftrag und die Fragen des Menschen im Gepäck.
In dem Moment, wo sie dem Hund begegnet, gewinnt sie einen ersten Eindruck. Dabei fokussiert sie sich jedoch nicht auf das Äußere, sondern lenkt ihre Konzentration nach innen, schließt vielleicht die Augen und nimmt bewusst die Verbindung auf.
Es wird still im Raum. Auch der Hund kann zur Ruhe kommen.
Und er hat die Wahl. Ob er reden möchte oder nicht. Ob und wie weit er sich öffnen und mitteilen mag.
Denn natürlich ist dies kein Verhör, sondern (bestenfalls) ein wohliger, geschützter Raum, der einladend, hell und warm ist. Eventuell brennt eine Kerze.
Die Tierkommunikatorin sitzt ruhig und wartet ab.
Sie bittet um Antworten auf die Fragen, die den Menschen bewegen. In der Stille werden ihr Informationen übermittelt, die schließlich ein Gesamtbild ergeben.
Beide, der Hundetrainer und die Tierkommunikatorin, haben das gleiche Ziel.
Sie „ermitteln“ zum Wohle von Hund und Mensch, wenn auch auf unterschiedliche Weise.
Wenn wir die Beobachtungen aus dem Außen und die Eindrücke aus dem Inneren zusammenfügen, dann kann sich alles wunderbar ergänzen.
Dann bündeln wir unser Wissen, unsere Kräfte und unsere Sinnesempfindungen. Die interessanterweise oft das bestätigen, was der Mensch, der zu uns kommt, selbst bereits wahrgenommen hat.
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Wann ein „Fall“ wirklich abgeschlossen ist, hängt sicherlich von mehreren Faktoren ab und ist trotz aller Bemühungen nicht vorhersehbar.
Manchmal kann es helfen, ihn einfach mal ruhen zu lassen und später wieder aufzunehmen. Insbesondere dann, wenn wir dazu neigen, etwas unbedingt und sofort lösen zu wollen. Das Leben belehrt uns mitunter eines besseren – das zeigt auch der Blick auf echte Kriminalfälle …